Moin,
Nils hat geschrieben:
An Einheiten wie 15x200 muss ich mich mental erst mal rantasten. Ich kann mir solche Einheiten noch nicht vorstellen, da ich sie viel zu langweilig finde. Für Eindhoven muss ich so was wohl auch mal schwimmen...
wie schon gesagt: Das musst Du IMHO nicht.
Erstens sind 3000m noch nicht wirklich eine lange Strecke. Nach der von mir benutzten Faustregel Schwimmstrecke x 4 = entsprechende Laufstrecke kommst Du
ungefähr auf einen 10km-Lauf. Und für den trainierst Du ja auch nicht mit 3h Läufen.
Zweitens war es zumindest bei mir (in Göteborg) und bei Crobi (in Riccione) so, dass man/frau von der Tatsache, bei solch einem Ereignis zu starten so aufgeregt waren, dass das alles andere als langweilig war. Ich habe die 3km in Göteborg als eines der geilsten Sportereignisse in Erinnerung, bei denen ich jemals mit gemacht habe. Kein Grund also, sich mit
langweiligem GA1-Gebade auf eine
"lange" Strecke vorzubereiten.
Immer schön abwechselungreiche Programme. Wenn einem das Schwimmen dann Spaß macht, trainiert man dann von alleine genug, um die Kondition für die 3km zu haben. Und bei dieser Strckenlänge spielt die Schnelligkeit auch noch eine große Rolle: Mal 200m beißen, um sich in der Gruppe davorne in den Wasserschatten hängen zu können, mal xxxm beißen, um im Wasserschatten zu bleiben, mal die letzten 100 ... 200m volles Rohr, um noch ein paar Plätze gut zu machen, nachdem man sich die ganze Zeit schön im Wasserschatten versteckt hat. Das Ganze läuft im Grunde wie ein Radrennen auf einer flachen Strecke.
Wenn Du also so wie jetzt weiter trainierst, haust Du die 3km locker weg. Wo Du allerdings wahrscheinlich noch richtig Potential hast, ist der "Tempomat". Im Wasser hast Du nichts, woran Du Deine Geschwindigkeit erkennen kannst. Und schon ein bis zwei Sekunden zu schnell bzw. zu langsam pro hundert Meter können Dich entweder voll explodieren lassen, oder Dich insgesamt schon das eine oder andere Minütchen kosten. Wie schon x-mal von mir erwähnt: In Roth als Staffelschwimmer, wirklich alles rausgehauen, war ich nur ca. zwei Minuten schneller als bei meinem Einzelstart dort, wo ich mir schön einen zurecht gebadet habe, weil der Tag noch lang war.
Pläne mit Tempogefühl - weswegen ich die so gut finde - findest Du bei Keko. Und meine Lieblingseinheit als Vorbereitung auf lange Strecken geht so:
12 ... 20 x 100m Kraul
Die Anzahl der Widerholungen richtet sich nach Deinem Trainingszustand. Die Abgangszeit solte so sein, dass Du realistisch betrachtet immer ungefähr dreißig Sekunden Pause hast.
Dann immer abwechselnd einen wirklich locker schwimmen, einen schnell. Bei dem Schnellen kommt es
nicht auf die möglichst Geschwindigkeit an, sondern darauf, dass Du eine Zeit, die Du Dir vornimmst jedes Mal - also auch den letzten!... - möglichst genau wiederholst. In der Serie steckt vieles drin, was man für längere Stercken braucht: Tempogefühl, Ausdauer, Tempowechsel. Und es macht (mir) viel mehr Spaß.
Viele Grüße,
Christian