24-h-Schwimmen in Regensburg 13./14.10.Samstag 14.45 Uhr war Treffpunkt in Schwabach. Nach einer Runde Auto-Tetris gings ab nach Regensburg. Start der Veranstaltung war um 17.00, leider durften wir erst ne halbe Stunde zuvor ins Bad rein und unser Revier im Gymnastik (= Ruhe-)raum abstecken. Das war etwas knapp, ging aber und nachdem wir die ersten waren konnten wir uns ausreichend Schlafplätze für alle und nen Platz für unseren Physio samt Liege sichern. Einer der Veranstalter kam vorbei, fragte ob wir nicht gleich ins Wasser wollen. Aus unseren Erfahrungen mit 24-h-Schwimmen wollten wir erst mal abwarten, da am Start bisher immer alle ins Wasser wollten und dementsprechend wenig Platz war. Hier läuft das wesentlich entspannter wurde uns gesagt. Bei 8x50 m und einer eher familiären Veranstaltung, kein Wunder. Also schnell rein in die Badeklamotten, Mütze, Brille, Verpflegung geschnappt und ab ans Becken. Soooo, welches Schweinderl hättns denn gern? Die Bahnen waren eingeteilt, ei was haben wir denn da ... Sportliche Schwimmer 100 m unter 1:10 öhm ... nö, schluck, was sind denn hier für Rakenten am Start??? - Sportliche Schwimmer 100 m unter 1:20 ... hüstel - Sportliche Schwimmer 100 m unter 1:30 ... ein-,zweimal ja, aber doch net 24 h lang .... darüber gab es nur noch Freizeitschwimmer und ??? keine Ahnung wie der Rest hieß. Ich wurde also Freizeitschwimmerin. Hab meinen Laufzettel an der entsprechenden Bahn abgegeben und bin ist Wasser gehüpft. Wow, das ging. Es gibt ja durchaus Unterschiede zwischen denn Becken, schnelle und langsame, warum auch immer, dieses hier zählt für mich zu den schnellen. Das Wasser war klasse, Temperatur genau richtig, net zu warm und net zu kalt. Freizeitschwimmer hieß aber auch Brust- und Rückenschwimmer auf der Bahn, womit sich gut leben ließ. Etwas schwierig war ein fülliger Mann, der extensiv Brust schwamm und mit seinem Stil fast 3/4 der Bahnbreite brauchte. Überholen ging da nur wenn keiner entgegen kam und ganz an die linke Leine gequetscht. Von ihm hab ich mir einige Tritte und Schläge eingefangen, einmal hat er meine Finger so heftig erwischt, dass ich 3 Bahnen später noch was von hatte *aua*
Mein Plan erst mal 10x1000 zu schwimmen war wieder gut. Nach jedem 1000er gab es was zum Trinken, ca alle 3000 m nen Riegel. Ich hab` s wieder mit Iso probiert, diesmal von High5 (die Gels und Riegel vertrag ich gut). Das funktioniert einfach nicht, zumindest nicht bei solchen Schwimmaktionen, und hat mal wieder für Unwetter im Bauch gesorgt. Als ich nach den ersten 10 km auf Wasser, Gels und gelegentlich nen Riegel umgestellt hatte, freute sich der Bauch und s war wieder gut. Andi alias der Coach machte nen guten Job, zu der Zeit beschränkte sich das auf die Versorgung. Von den Zeiten her bewegte ich mich anfangs zw. 17:30 und 18:00, später ging das hoch bis ca. 19:00 min /1000m. Ich hab mich glatt um 100 m verzählt beim 10. 1000er, so dass der Rundenzähler einen neuen Laufzettel holen musste, pro Zettel konnte man nur 10 km machen

Inkl. der kurzen Pausen war ich 3:18 h unterwegs für die ersten 10.
Dann erst mal Pause. Im Gymnastikraum hatten wir Nachbarn bekommen, ne Gruppe Kiddies, die ständig auf die angrenzende Dachterasse flitzten und die Türe offen stehen ließen - es war saukalt im Raum. Ganz toll, wenn man mit den nassen Badeklamotten da rein kam
Genialerweise hatten wir mit Philipp einen eigenen Physio dabei, von dem ich mich erst mal massieren ließ

In den Schlafsack gemummelt gabs ne Semmel, dann hab ich mein Freßpaket, Trinkflasche, Mütze und Brille wieder geschnappt und bin zurück ins Wasser geflohen. Auf die nächsten 5! Es lief immer noch gut, die Zeiten sanken auf um 19 min/1000m. Egal, es ging ja nicht um Schnelligkeit. Seit dem 3. 1000er dieselte ich im 3er Zug und hatte mein Schwimm-Mantra gefunden; je nach Bahn zählte ich 1-1-1/1-1-1 bzw. 2-2-2/2-2-2 od. eben 7-7-7/7-7-7 immer schön im Schwimmrhythmus und hab mich so in der ganzen Zeit nur 2x verzählt. Die 5 km liefen auch gut, so langsam machte sich die li. Schulter bemerkbar. Philipp, Massage bitte

Danach kurze Pause, noch ne Semmel und zurück ins Wasser, die 20 wollte ich voll machen, bevor ich mich schlafen lege.
Jetzt wurde es etwas zäh, die Zeiten überschritten die 19 min deutlich, teils sogar die 20 min. Die Schulter meckerte vor sich hin, spielte aber mit. Dazu war es mittlerweile nach Mitternacht und mein Kopf fühlte sich ziemlich durchgespült an, klare Gedanken bzw. klare Aussagen - Fehlanzeige. Einfach nur schwimmen und diese mistigen 5 km rum bekommen. Kalt wurde es mir zunehmend während der Minipausen, kein Wunder bei den Zeiten. Iwann waren aber auch diese Kilometer Geschichte, ich krabbelte aus dem Becken, Philipp hängte mir mein Handtuch um. Auf die Massage hab ich diesmal verzichtet und bin lieber erst mal in das warme Becken gestiegen, wo ich mir bald auch ne Sprudelliege ergattern konnte. War das angenehm im warmen Wasser durchgesprudelt zu werden

ich bin fast eingeschlafen. Iwann konnte ich mich losreißen, brrr, saukalt als ich aus dem Wasser raus bin. Schnell rauf in unsere Eishöhle, klapperklapper, was Trockenes angezogen und in den Schlafsack gekuschelt. Unser Betreuer-Team war zwischenzeitlich beim Mc, es gab noch Pommes, inzwischen nur noch laukalt aber trotzdem lecker. Musik auf die Ohren, so konnte ich ca ne h schlafen. Dann war die Musik durch und die Kiddies diskutierten lautstark ihre zwischenmenschlichen Probleme begleitet von ich geh raus, ich geh rein und immer mit Tür offen *frier* "der hat mir der"-"die hat mit dem"-"jetzt hat der nochmal mit ner anderen"-"blablabla"-"blubbblubbblubb" *nerv! * die restliche "Schlafens"zeit war eher ein Dämmerzustand als wirklich schlafen

Irgendwann graute es dem Morgen, meine Schulter heulte, Philipp schlief noch. Mirjam weckte ihn und den Coach dann auf, eigentlich wollten die Beiden schon geweckt werden als sie aus dem Wasser kam, waren aber wohl nicht wach zu kriegen

In der Zwischenzeit war Andre, aka die Rennratte, angekommen und unglaublicherweise tatsächlich schon geschwommen. Mist ich habs verpasst

Ralf hatte auch noch ein paar Kilometer drauf gepackt - Prima! Die Beiden haben für Furore beim Bäcker gesorgt, weil Andre im Bademantel auflief, Männer und Wetten eben

Die Massage und der von den zweien mitgebrachte Kaffee, machten mich wieder einigermaßen wasserfähig. so sprang ich wieder ins kühle Nass in der bangen Erwartung erst mal Brust schwimmen zu müssen. Doch - nix wars, es ging von Anfang an Kraul. Klar brauchte ich einige Meter um mich wieder einzuschwimmen, doch es lief wesentlich besser als erwartet. Ok, dann wieder 5. Auf meiner angestammten Bahn war sehr wenig los. Das änderte sich bald und wir hatten wieder ein buntes Potpourri an Stilen und Tempi. Dass ein außer Konkurrenz schwimmender Mann mit Flossen und Paddels (!) auf die Bahn gelassen wurde, fand ich ziemlich kagge. Nach den ersten Beinahekollisionen hab ich mich beschwert und er musste zumindest die Paddles weg legen. Sorry, ich finde das einfach gefährlich in der Aufstellung. (kann sein dass das auch schon auf den 5 km in der Nacht war, ich weiß es einfach nicht mehr) sonst lief es bis zum 3. Km gut, da muckte die Schulter aber wieder mehr, so daß ich mich in der Schwimmhalle kurz behandeln ließ um keine große Pause zu machen und die 5 km zu zuschwimmen. So ließ es sich gut schwimmen, die Zeiten pendelten sich wieder unter 20 min/1000m ein.
Mein Ziel war meine 30 km vom Jan. zu toppen. So langsam dehnte sich das aus auf "versuch die 35"
Erst mal war aber wieder Pause, diesmal richtig mit Essen nach der Massage. Andre hatte ausgekundschaftet wo man im Bad essen kann. War ich erst auf Nudeln gepolt, änderte sich das spontan als ich Pommes las. Sonst mach ich mir net allzu viel aus den Dingern, diesmal mussten sie einfach sein. Vielleicht hat mir das Salz gefehlt? so saßen wir und mampften fröhlich, als der Coach den Coach auspackte. Deadline 12.00 Uhr, dann gehts wieder ins Wasser. Schluck, spül nochmal mit Cola nach, es war ja schon 5 vor

Mal sehen wie Pommes schwimmen

Bahn frei, platsch ich war wieder im Wasser 1-1-1/1-1-1 ... 4-4-4/4-4-4 ... 6-6-6/6-6-6 einfach schwimmen, dafür dass ich über 25 km aufm Zähler hatte fühlte es sich gigantisch an. Der Wermutstropfen diesmal (od 5 km früher?) eine orientierungslose, trotz Pullbuoy im Wasser sitzende Rückenschwimmerin, auf deren Konto ein Fastzusammenstoß und eine Vollbremsung gingen, nutzte sie doch die komplette Breite der Bahn

Zu dem Zeitpunkt war der Punkt erreicht, an dem jedes enger schwimmen, jede Veränderung im Zug richtig weh tat in der Schulter. Entsprechend niedrig lag meine Toleranzgrenze. Das Schöne an diesen Bojen ist, dass sie es nicht lange im Wasser aushalten. GsD! Mirjam, meine Teamkollegin, lag Km-mäßig gleichauf mit mir. Da wir es beide doof fanden uns um ein paar Meter übertrumpfen zu wollen, sie aber die 35 nicht mehr voll bekommen konnte, einigten wir uns darauf, beide 33 zu schwimmen. Deal! Ich ließ mir nach Km 27 meine Schulter kurz behandeln, schwamm dann die 30 voll und machte die üblich Pause mit ausgedehnter Massage.
Nur noch 3 km, ein Klacks! Mit der Haltung schwamm ich 2 km durch, den letzten hab ich mit vielen Zwischenstopps genossen. Die letzten 50 m begann ich übermütig mir Badewanne, bin nach 25 m aber dann doch zum bewährten Kraul zurück gekehrt. Angeschlagen - Fertig! Saugeil!
Ich blieb noch am Becken bis Mirjam und Martina ebenfalls fertig waren. Jetzt war Entspannung angesagt; ab ins Warmwasserbecken. Die Arschbombe vom Coach fand der Bademeister überhaupt nicht lustig und verwies ihn des Bades

wir haben das stillschweigend in einen Verweis des Beckens umgewandelt, Blödsinn sowas!
Mit unseren 33 km wurden Mirjam und ich 2. der Damenwertung, Erste wurde eine Schwimmerin des ansässigen Vereins mit wahnsinnigen 50 km, ebenso wie ihr Teamkollege der die Männerwertung gewann. Wo wir in der Teamwertung liegen, konnte man uns noch nicht sagen, die Siegerehrung findet erst am 22. statt
Fazit:
die Veranstaltung ist zu empfehlen, wenn man nicht auf großes Brimborium aus ist und einen richtigen Wettkampf erwartet. Wer verbissen auf Regeln pocht und um jeden Meter fightet ist hier falsch. Das Schwimmen mit Pullbuoy bzw Pullkick soll weiterhin erlaubt sein, andere Hilfsmittel sollten nicht eingesetzt werden, kamen bei manchen Schwimmern dennoch zum Einsatz. Ob diese disqualifiziert wurden oder nicht, kann ich nicht sagen, die Handhabe kam eher lax rüber. Die Veranstalter wollen das ändern, offenbar ist das aber schon eingeschliffen, bleibt abzuwarten wie es im nächsten Jahr läuft.
Dafür bekommt man hier super nette Veranstalter, ein tolles Bad, keine übervollen Bahnen, ne Menge Spaß und man schwimmt für einen guten Zweck, dieses Jahr zugunsten des Kinderschutzbundes Regensburg/Oberpfalz. Dass wir eine zwar kleine aber echt tolle Truppe waren trägt einiges zum Gefühl "toller Wettkampf" bei. Wir wer den wieder kommen!
Stand heute: Die Arme wollen noch nicht so recht, die Schulter jammert noch. Es ist aber alles wesentlich entspannter als nach dem 24-h-Schwimmen im Januar. Einzig auf der Lunge merke ich das Chlor wesentlich mehr; als Betthupferl gabs gestern einen Hustenanfall, der mir das Wasser aus den Augen trieb. Aber das vergeht alles, was bleibt sind die geschwommenen
33 Km

Dateianhang:
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die Arme gingen noch hoch, wenn auch langsam
